Selbstkosten, Marge, Faktor: eine Baustelle richtig kalkulieren
Aktualisiert im Juli 2026
Die Selbstkosten sind die tatsächlichen Kosten einer Position: Material + Arbeit + Geräte. Wendet man einen Faktor an (der Gemeinkosten und Gewinn abdeckt), erhält man den Verkaufspreis. Diese Berechnung zu beherrschen bedeutet, bei jedem Angebot Ihre Marge zu schützen.
Die Selbstkosten: Ihre tatsächlichen Kosten
Die Selbstkosten sind die direkten Kosten einer Position, ohne Gemeinkosten und Gewinn. Sie addieren drei Dinge: das Material, die Arbeit (Stunden × Stundensatz) und die Geräte (Miete, Verbrauchsmaterial).
Das ist Ihr Ausgangspunkt: unter diesem Preis verlieren Sie Geld.
Die Gemeinkosten
Das sind die Kosten, die sich keiner bestimmten Baustelle zuordnen lassen: Büro, Fahrzeug, Versicherungen, Buchhalter, Telefon, Verwaltungszeit. Sie fallen auch ohne Baustelle an — Sie müssen sie also über einen Prozentsatz auf Ihre Umsätze verteilen.
Der Kalkulationsfaktor
Die Formel passt in eine Zeile: Verkaufspreis = Selbstkosten × Faktor. Der Faktor deckt sowohl Ihre Gemeinkosten als auch Ihren Gewinn ab. Ein Faktor von 1,25 schlägt zum Beispiel 25 % auf die Selbstkosten auf.
| Position | Selbstkosten | Faktor | Verkaufspreis (netto) |
|---|---|---|---|
| Fliesen (m²) | 40 € | 1,25 | 50 € |
| Anstrich (m²) | 12 € | 1,30 | 15,60 € |
| Arbeit (Std.) | 35 € | 1,20 | 42 € |
Marge und Faktor: nicht verwechseln
Achtung: ein Faktor von 1,25 ist keine Marge von 25 %. Der Faktor wird auf die Kosten (Selbstkosten) angewendet. Die Marge dagegen wird auf den Verkaufspreis berechnet. Selbstkosten von 100 €, verkauft für 125 €, ergeben einen Faktor von 1,25… aber eine Marge von rund 20 % des Verkaufspreises. Wissen Sie, welche Größe Sie gerade betrachten.
Die Fehler, die an der Marge nagen
- Die Arbeitsstunden unterschätzen
- Verschnitt und Verbrauchsmaterial vergessen
- Einen zu niedrigen Faktor ansetzen, „um den Auftrag zu bekommen“
- Die Materialpreise nicht aktualisieren (sie bewegen sich schnell)
Richtig kalkulieren, dauerhaft
- Führen Sie einen aktuellen Katalog der Einheitspreise (Selbstkosten)
- Legen Sie einen realistischen Faktor fest, berechnet auf Ihren echten Gemeinkosten
- Vergleichen Sie Ihre Preise mit dem Markt, um weder zu teuer noch zu günstig zu sein
Häufige Fragen
Was sind die Selbstkosten (déboursé sec)?+
Es sind die direkten Kosten einer Position: Material + Arbeit + Geräte, ohne Gemeinkosten und Gewinn. Es ist Ihr tatsächlicher Kostenpreis.
Welchen Faktor soll ich anwenden?+
Das hängt von Ihren Gemeinkosten und der angestrebten Marge ab. Viele Betriebe liegen zwischen 1,20 und 1,40, aber die richtige Zahl ist jene, die IHRE echten Kosten und Ihren Gewinn abdeckt.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Faktor?+
Der Faktor wird auf die Kosten (Selbstkosten) angewendet; die Marge wird auf den Verkaufspreis berechnet. Ein Faktor von 1,25 entspricht einer Marge von rund 20 % des Verkaufspreises.
Wie lege ich meinen Verkaufspreis fest?+
Gehen Sie von den Selbstkosten je Position aus, wenden Sie Ihren Faktor an und prüfen Sie dann, ob der Preis marktkonform bleibt. Ein Preis-Benchmark hilft bei der Einordnung.
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Afrimo berechnet den Verkaufspreis aus den Selbstkosten (belgische Methode: Selbstkosten → Kosten → Gewinn) und ordnet Sie mit dem Afrimo Index gegenüber dem Markt ein — auf DE/FR/NL/EN.
Dieser Artikel dient der Information. Die Faktoren und Beispiele sind illustrativ: berechnen Sie Ihre eigenen aus Ihren echten Gemeinkosten.