Ratgeber · Konformität

Was ist Peppol? Der einfache Leitfaden für Unternehmer

Aktualisiert im Juli 2026

Kurz gefasst

Peppol ist ein sicheres internationales Netzwerk, über das Rechnungsprogramme elektronische Rechnungen in einem Standardformat austauschen — unabhängig davon, welche Software jede Seite nutzt. In Belgien ist es der gewählte Weg für die ab 2026 verpflichtende B2B-E-Rechnung. Die gute Nachricht: Sie müssen nicht technisch sein — Ihre Software erledigt es.

Peppol in einem Bild

Denken Sie an das Telefonnetz. Egal, welchen Anbieter Sie und Ihr Gesprächspartner haben: Ihr Anruf kommt an. Peppol macht dasselbe für Rechnungen. Egal, welche Rechnungssoftware Sie und Ihr Kunde nutzen: Die Rechnung geht raus, kommt an und wird automatisch verstanden.

Das ist die Idee von Peppol: eine gemeinsame Sprache und gemeinsame Leitungen, damit alle Rechnungsprogramme mühelos miteinander sprechen.

Was bedeutet „Peppol“?

Peppol steht für „Pan-European Public Procurement OnLine“. Ursprünglich ein Projekt, um Rechnungen an öffentliche Verwaltungen in Europa zu vereinfachen, wurde es in vielen Ländern zum Standard für den Austausch von Geschäftsdokumenten (Rechnungen, Bestellungen), betreut von der internationalen Vereinigung OpenPeppol.

In der Praxis müssen Sie sich das alles nicht merken: Wichtig ist, dass Peppol der von Belgien gewählte Standard ist.

Format + Netzwerk: zwei Dinge in einem

Peppol besteht eigentlich aus zwei Elementen, die zusammengehören:

  • Das Format (Peppol BIS, basierend auf dem UBL-Standard): die „Sprache“ der Rechnung. Die Daten — Betrag, MwSt., Positionen, Kontaktdaten — sind genormt abgelegt, damit eine Software sie direkt liest.
  • Das Netzwerk: die sicheren „Leitungen“, über die die Rechnung von einer Software zur anderen reist.

Wie eine Rechnung unterwegs ist (einfach)

Das Modell wird manchmal „Vier-Ecken-Modell“ genannt, aber Sie sehen davon nur einen Knopf. Konkret:

  • Sie erstellen die Rechnung in Ihrer Software und klicken auf „senden“
  • Ihre Software übergibt sie an einen Peppol-Access-Point (wie ein sicherer Briefkasten)
  • Der Access Point Ihres Kunden empfängt sie über das Netzwerk
  • Die Rechnung landet direkt in der Buchhaltungssoftware Ihres Kunden, bereit zur Verarbeitung

Peppol ist keine E-Mail mit einer PDF

Das ist die häufigste Verwechslung. Eine PDF, auch per E-Mail, bleibt ein Abbild: Die Software Ihres Kunden muss alles von Hand neu erfassen. Eine Peppol-Rechnung ist strukturiert: Sie wird automatisch gelesen und importiert. Weniger Fehler, schnellere Zahlungen und gesicherte Konformität.

Warum Belgien Peppol gewählt hat

  • Interoperabilität: alle sprechen dieselbe Sprache, egal welche Software
  • Ein bereits bewährter europäischer Standard statt eines isolierten belgischen Systems
  • Bekämpfung von MwSt.-Betrug und Fehlern dank strukturierter, nachvollziehbarer Daten
  • Langfristige Vereinfachung für Unternehmen (weniger Neuerfassung, schnellere Zahlungen)

Muss ich mich registrieren oder etwas kaufen?

Sie müssen nicht selbst mit dem Peppol-Netzwerk verhandeln. Sie brauchen lediglich eine Peppol-kompatible Rechnungssoftware: Sie registriert Sie im Netzwerk und versendet Ihre Rechnungen über einen Access Point.

Mit anderen Worten, die einzige echte Entscheidung ist die Wahl der richtigen Software — einer, die nativ im Format Peppol / UBL ausstellt, ohne dass Sie die technische Seite anfassen.

  • Sie müssen kein IT-Fachmann sein
  • Sie müssen keine XML-Dateien von Hand bearbeiten

Häufige Fragen

Ist Peppol kostenlos?+

Das Peppol-Netzwerk als solches ist kein Abonnement, das Sie direkt zahlen. Sie nutzen eine kompatible Rechnungssoftware; die Kosten sind die der Software. Bei Afrimo ist der Peppol-Versand ab der Pro-Stufe enthalten.

Sind Peppol und UBL dasselbe?+

Nicht ganz. UBL ist ein Standard-Dateiformat für Geschäftsdokumente. Peppol BIS baut auf UBL auf und fügt präzise Regeln hinzu, dazu das Austauschnetzwerk. Kurz: UBL ist die Sprache, Peppol ist die Sprache + die Leitungen.

Muss ich meine „Peppol-Nummer“ kennen?+

In Belgien beruht Ihre Kennung im Netzwerk meist auf Ihrer Unternehmensnummer (ZDU/BCE). Ihre Software erledigt das bei der Registrierung; Sie müssen sich nichts merken.

Ist es für mich Pflicht?+

Wenn Sie anderen Unternehmen (B2B) in Belgien Rechnungen stellen, ja, ab 2026. Details im Leitfaden „Elektronische B2B-Rechnung 2026: Bin ich betroffen?“.

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Wechseln Sie zu Peppol ohne Kopfzerbrechen

Afrimo erstellt und versendet Ihre Peppol / UBL-Rechnungen automatisch, mit der richtigen MwSt., auf DE/FR/NL/EN. Sie klicken auf „senden“, der Rest wird erledigt.

Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Modalitäten können sich ändern: prüfen Sie Ihre Situation bei der belgischen Steuerverwaltung (FÖD Finanzen) oder Ihrem Buchhalter.